Zögerlich machte Martha einen Schritt auf die Ladentür zu, dann blieb sie mitten im Schritt stehen, sah sich nach allen Seiten um, um sicher zu gehen, dass sie auch ja niemand dabei beobachtete, wie sie den Laden von Mr. Miles betrat, dann machte sie doch wieder kehrt auf den Fersen und lief ein Stück vom Laden weg. Dieses Spiel wiederholte sich seit gut zehn Minuten. Martha fehlte einfach der Mut. Der Mut die Tür zu öffnen, der Mut einzutreten und der Mut ihr Anliegen vorzubringen.
Ihr vielen tausend Argumente ein, warum ihre Idee zum Scheitern verurteilt war, aber gleichzeitig blieb diese mahnend leise Stimme in ihrem Kopf sehr laut - sie musste Mr. Miles ansprechen. Sie musste es einfach. Denn es gab keinen anderen Weg für sie und ihr Situation. Es war dabei gar nicht kompliziert - sie war schwanger und sie war minderjährig. Der Vater ihres Kindes hatte keinen guten Ruf im Ort und würde von ihren Eltern niemals als Ehemann und Vater akzeptiert werden. Und sie war das Kind strenger Christen, die sie schon halbtotprügelten, wenn sie log und flunkerte oder das Feuer im Kochherd ausgehen ließ. Sie wollte sich nicht ausmalen, was ihr widerfuhr, wenn diese Schwangerschaft nicht mehr länger zu verbergen war. Und Martha wusste, dass es sich bald nicht mehr verheimlichen ließ. Noch konnte sie behaupten wieder zu viel Kuchen genascht zu haben, obwohl ihre Mutter versuchte sie mit dem Essen zu regulieren, damit sie genauso hübsch erblühte wie ihre ältere Schwester - für eine gute Partie. Sie nahm lieber die maßregelnden Hiebe in Kauf, als zu zugeben, dass sie längst schwanger war und ihre Partie sich selbst herausgesucht hatte. Kurzum - sie musste anfangen ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Und das ging natürlich ohne eigenes Einkommen nicht. Sie war davon überzeugt, wenn sie erst einmal ihr eigenes Geld verdienen würde, würde sie einfach ausziehen können, um mit Graham zusammen zu wohnen.
In ihrer Familie war es Pflicht mitzuhelfen, so dass sie keinen Cent für ihre Arbeit im Laden sah. Jeden anderen Ladenbesitzer konnte Martha auch nicht einfach um Arbeit bitten, denn hier kannte ein jeder den anderen und ihre Eltern würden von ihrem Unterfangen rasch erfahren und ihr rigoros alles verbieten. Es musste also heimlich geschehen. Und es musste vor allem dort geschehen, wo ihre Mutter niemals zum Einkaufen hinging.
Mr. Miles war neu im Ort. Er kannte die Familien sicherlich, aber nicht ihre Gepflogenheiten. Er war niemand, der etwas davon hatte, sich bei den McKays anzubiedern, um anschreiben zu lassen oder einen Vorteil bei einer Stadtratssitzung zu erhalten.
Und ihre Mutter lehnte die Bäckerei als modernen Unfug ab. Sie buk selbst! Basta.
Wieder holte Martha tief Luft und wandte sich dem Laden zu. Es musste heute geschehen. Sie hatten etwas früher Schulschluss und sie hatte Ben nach Hause geschickt, mit der Nachricht für die Eltern, dass Martha der Lehrerin etwas helfen musste... So konnte sie sich Zeit von ihren Pflichten abzwacken, ohne dafür gleich mit Strafe rechnen zu müssen. Aber sie konnte keine Stunde vor diesem Laden auf und ab gehen - sie würde nachhause müssen. Irgendwann.
Martha straffte die Schultern und öffnete schließlich die Ladentür. Graham würde stolz auf sie sein. Oder nicht? Der Gedanke ließ sie kurz ein wenig lächeln. Dann war sie bereit den Laden mit einem schwungvollen "Guten Tag" zu betreten - immerhin wusste sie, dass niemand im Laden als Kundschaft weilte - dafür hatte sie den Laden zu lange beobachtet. Sie war erst einmal sicher, als sie hineinschlüpfte...
Ihr vielen tausend Argumente ein, warum ihre Idee zum Scheitern verurteilt war, aber gleichzeitig blieb diese mahnend leise Stimme in ihrem Kopf sehr laut - sie musste Mr. Miles ansprechen. Sie musste es einfach. Denn es gab keinen anderen Weg für sie und ihr Situation. Es war dabei gar nicht kompliziert - sie war schwanger und sie war minderjährig. Der Vater ihres Kindes hatte keinen guten Ruf im Ort und würde von ihren Eltern niemals als Ehemann und Vater akzeptiert werden. Und sie war das Kind strenger Christen, die sie schon halbtotprügelten, wenn sie log und flunkerte oder das Feuer im Kochherd ausgehen ließ. Sie wollte sich nicht ausmalen, was ihr widerfuhr, wenn diese Schwangerschaft nicht mehr länger zu verbergen war. Und Martha wusste, dass es sich bald nicht mehr verheimlichen ließ. Noch konnte sie behaupten wieder zu viel Kuchen genascht zu haben, obwohl ihre Mutter versuchte sie mit dem Essen zu regulieren, damit sie genauso hübsch erblühte wie ihre ältere Schwester - für eine gute Partie. Sie nahm lieber die maßregelnden Hiebe in Kauf, als zu zugeben, dass sie längst schwanger war und ihre Partie sich selbst herausgesucht hatte. Kurzum - sie musste anfangen ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Und das ging natürlich ohne eigenes Einkommen nicht. Sie war davon überzeugt, wenn sie erst einmal ihr eigenes Geld verdienen würde, würde sie einfach ausziehen können, um mit Graham zusammen zu wohnen.
In ihrer Familie war es Pflicht mitzuhelfen, so dass sie keinen Cent für ihre Arbeit im Laden sah. Jeden anderen Ladenbesitzer konnte Martha auch nicht einfach um Arbeit bitten, denn hier kannte ein jeder den anderen und ihre Eltern würden von ihrem Unterfangen rasch erfahren und ihr rigoros alles verbieten. Es musste also heimlich geschehen. Und es musste vor allem dort geschehen, wo ihre Mutter niemals zum Einkaufen hinging.
Mr. Miles war neu im Ort. Er kannte die Familien sicherlich, aber nicht ihre Gepflogenheiten. Er war niemand, der etwas davon hatte, sich bei den McKays anzubiedern, um anschreiben zu lassen oder einen Vorteil bei einer Stadtratssitzung zu erhalten.
Und ihre Mutter lehnte die Bäckerei als modernen Unfug ab. Sie buk selbst! Basta.
Wieder holte Martha tief Luft und wandte sich dem Laden zu. Es musste heute geschehen. Sie hatten etwas früher Schulschluss und sie hatte Ben nach Hause geschickt, mit der Nachricht für die Eltern, dass Martha der Lehrerin etwas helfen musste... So konnte sie sich Zeit von ihren Pflichten abzwacken, ohne dafür gleich mit Strafe rechnen zu müssen. Aber sie konnte keine Stunde vor diesem Laden auf und ab gehen - sie würde nachhause müssen. Irgendwann.
Martha straffte die Schultern und öffnete schließlich die Ladentür. Graham würde stolz auf sie sein. Oder nicht? Der Gedanke ließ sie kurz ein wenig lächeln. Dann war sie bereit den Laden mit einem schwungvollen "Guten Tag" zu betreten - immerhin wusste sie, dass niemand im Laden als Kundschaft weilte - dafür hatte sie den Laden zu lange beobachtet. Sie war erst einmal sicher, als sie hineinschlüpfte...






