Unzweifelhaft war sie dabei, die Gehilfin Satans zu spielen, indem sie Gläser holte, damit ihr John – ihr eigener Mann! – mit einem verkommenen Halunken Whiskey trinken konnte. Sie erlitt tausend Tode, während sie ihre eben noch so brüsken Schritte verlangsamte, bis sie in der Küche angelangt fast nur noch schlich. Ihre weiten Röcke, die sich beim Abgang der kleinen Frau aufgeplustert hatten wie das Gefieder einer wütenden Elster, sanken in sich zusammen und schufen so ein passendes Gegenstück zu den absackenden Schultern der enttäuschten, mutlosen Britin. Es war so ungerecht, so unfair, so... gemein! Sie gab sie Mühe, bat, bettelte, wandte alle möglichen Listen an, bearbeitete John mit sanfter Beharrlichkeit, mit Geduld und unerschütterlicher Liebe, um ihn aus den Klauen des Gifts zu befreien, das Männern alle Menschlichkeit und Würde nahm, sie von treusorgenden Gatten zu unbeherrschten Bestien werden ließ – und dann kam dieser Tunichtgut daher, grinste sie an und machte all diese Plackerei mit einem Mal zunichte! Sie hätte weinen und, Gott verzeih ihr, fluchen mögen wie ein Droschkenkutscher über diese unsägliche Gemeinheit. Und nicht nur das, nein: John war sogar so weit gegangen, sie zu maßregeln – was sein gutes Recht als Ehemann war, aber doch nicht in der Öffentlichkeit! – und ihr mit seinem Befehl regelrecht die Pistole auf die Brust zu setzen. Sie konnte sich ja als gute Ehefrau nicht rundweg weigern, ihm zu gehorchen.
Ihre Lippen zitterten, als sie zwei kleine Gläser holte, sie aufs Tablett stellte, zögerte, sie dann wieder herunter nahm und zwei große dafür nahm. Oh, sollten sie sich doch sinnlos betrinken, diese beiden... Männer! Es war doch ohnehin alles verloren, das Werk Gottes verdorben, Emilys gute Absichten durchkreuzt, sie als fürsorgliche Ehefrau gescheitert. Bei dem Gedanken, dass sie kläglich versagt hatte, kamen ihr doch die Tränen. Sie nestelte ein Taschentuch aus der Schürzentasche, putzte sich die Nase und steckte es wieder weg, um sich mit dem Schürzenzipfel die feuchten Augen zu trocknen. Denn auch wenn ihr das Herz brach: Haltung bewahren – sie war schließlich Britin, und eine wohlerzogene dazu! Die Augen noch immer verräterisch schimmernd, aber das Gesicht eine neutrale Maske krampfhaft unterdrückter Enttäuschung und Trauer, trat sie den bitteren Rückweg an und bemühte sich wegzuhören, als sie die Stimmen der beiden Männer wieder aufklingen hörte. Stumm ging sie auf den Tisch zu, stellte die beiden Gläser ab, ohne die aus den Tiefen der Hölle gesandte Flasche auch nur mit einem Blick zu streifen, und trat dann zurück. Ihre ganze Haltung wie in der Zeit, als sie noch Johns Bedienstete gewesen war, die Hände vor dem Bauch gefaltet, der Rücken durch- und die Brust herausgedrückt, das Kinn leicht erhoben, blickte sie geradeaus und harrte weiterer Befehle ihres Herrn und Gemahls. Da sie nicht laut protestieren durfte, tat sie zumindest, was sie konnte, um ihre Missbilligung zum Ausdruck zu bringen: kein liebevolles Wort in Johns Richtung, kein strahlendes Lächeln für ihn, und für Moreau nicht einmal den Hauch einer Andeutung, dass sie ihn bemerkte.
Ihre Lippen zitterten, als sie zwei kleine Gläser holte, sie aufs Tablett stellte, zögerte, sie dann wieder herunter nahm und zwei große dafür nahm. Oh, sollten sie sich doch sinnlos betrinken, diese beiden... Männer! Es war doch ohnehin alles verloren, das Werk Gottes verdorben, Emilys gute Absichten durchkreuzt, sie als fürsorgliche Ehefrau gescheitert. Bei dem Gedanken, dass sie kläglich versagt hatte, kamen ihr doch die Tränen. Sie nestelte ein Taschentuch aus der Schürzentasche, putzte sich die Nase und steckte es wieder weg, um sich mit dem Schürzenzipfel die feuchten Augen zu trocknen. Denn auch wenn ihr das Herz brach: Haltung bewahren – sie war schließlich Britin, und eine wohlerzogene dazu! Die Augen noch immer verräterisch schimmernd, aber das Gesicht eine neutrale Maske krampfhaft unterdrückter Enttäuschung und Trauer, trat sie den bitteren Rückweg an und bemühte sich wegzuhören, als sie die Stimmen der beiden Männer wieder aufklingen hörte. Stumm ging sie auf den Tisch zu, stellte die beiden Gläser ab, ohne die aus den Tiefen der Hölle gesandte Flasche auch nur mit einem Blick zu streifen, und trat dann zurück. Ihre ganze Haltung wie in der Zeit, als sie noch Johns Bedienstete gewesen war, die Hände vor dem Bauch gefaltet, der Rücken durch- und die Brust herausgedrückt, das Kinn leicht erhoben, blickte sie geradeaus und harrte weiterer Befehle ihres Herrn und Gemahls. Da sie nicht laut protestieren durfte, tat sie zumindest, was sie konnte, um ihre Missbilligung zum Ausdruck zu bringen: kein liebevolles Wort in Johns Richtung, kein strahlendes Lächeln für ihn, und für Moreau nicht einmal den Hauch einer Andeutung, dass sie ihn bemerkte.






