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HAUS CLAYTON sick visit - Druckversion +- (https://buffymagazin.de/CamdenVillage) +-- Forum: INPLAY (https://buffymagazin.de/CamdenVillage/forumdisplay.php?fid=10) +--- Forum: THE VILLAGE (https://buffymagazin.de/CamdenVillage/forumdisplay.php?fid=11) +---- Forum: RICHARD-CAMDEN-STREET (https://buffymagazin.de/CamdenVillage/forumdisplay.php?fid=43) +---- Thema: HAUS CLAYTON sick visit (/showthread.php?tid=2915) |
RE: sick visit - John Clayton - 22.07.2025 Johns rechte Braue schnellte in die Höhe, als er Moreaus Gemurmel erfasste und sich kurz Emilys Gesichtsausdruck in Erinnerung rief. Womöglich, wenn er es sich genauer überlegte, hatte Moreau recht. Und streng genommen war Emilys Haltung, alles mit Fassung zu tragen, nichts anderes, als die Rolle, die sie sich selbst auferlegt hatte und die John von ihr gar nicht einmal erwartete. Er hätte viel lieber mehr von diesem Trotz. Die Braue wanderte wieder nach unten und ein Schmunzeln zierte seine Lippen. "Möglich," murmelte er zurück, nicht sicher, ob er bereit war einem Mann wie Moreau in solchen Angelegenheiten Recht geben zu wollen. Vielleicht würde er von dieser unterdrückten Empörung später mehr abbekommen, wenn Moreau wieder gegangen war. Vielleicht aber strafte ihn auch nur weiterhin ihr Schweigen dafür, dass er einem wie Moreau die Tür geöffnet hatte. Wer wusste das schon vorherzusagen? So sehr Emily sich in ihrer Rolle als duldsame Ehefrau gefiel, so wenig konnte John dennoch ihr Verhalten vorhersagen und das wiederum war schon mehr nach seinem Geschmack. Weniger nach seinem Gefallen war die Unterhaltung über seine erste Frau. Die Erinnerungen an sie waren schön und schmerzhaft zu gleich. Ihren Verlust hatte John nie überwunden, trug ihn immer mit sich, ließ zu, dass er wie ein Schatten überall um ihn herum lauerte und seinem neuen Glück, das er in Emily gefunden hatte, im Weg stand. Er wusste nicht, wieso er so viele Dämonen aus seiner Vergangenheit immer wieder bereitwillig empfing, anstatt ihnen die Tür aus seinem Leben hinaus zu zeigen. Ein Rätsel, das er nicht mehr lösen wollte und das er vor wenigen Monaten noch so sehr in Alkohol ertränkt hatte, dass er fast alles, was er sich inzwischen erkämpft hatte, verpasst hätte. Er seufzte leise, als er geschickt von sich auf Moreau abgelenkt hatte und sah in den Sonnenuntergang. Der Seufzer rührte aus seiner Vergangenheit und aus der Erkenntnis, dass seine Worte für Moreau vielleicht ein wenig zu philosophisch gewesen waren. Auf jeden Fall bekam er nicht die erhoffte Antwort, sondern viel mehr einen hilflosen Blick. Er lächelte nachsichtig und beschloss nicht darauf herumzureiten, sondern das anzunehmen, was Moreau ihm auf diese Worte hin zu geben im Stande war. "Ja, das tun Sie wohl. Mir zuhören. Und Sie beobachten gut und kombinieren gar nicht einmal so schlecht," musste er dabei sogar zugeben. Allerdings legte sich ein irritierter Ausdruck auf seinen Gesichtszügen nieder, als Moreau auf einmal näher trat und wie erst kürzlich in der Zelle, einen für John äußerst fragwürdigen, unangenehmen Blick, dem Sheriff schenkte. John trat instinktiv einen Schritt zurück und sein Stirn legte sich in ungehaltene Falten. "Das könnte ich wohl," sagte er streng, aber mit einer Spur zu viel Unsicherheit in der Stimme. "Wenn ich Ihnen das nächste Mal eines auf die Nase hau, wenn Sie mich noch einmal so ansehen," seine Augen waren ganz schmal geworden und froh darüber, dass Moreau ungeachtet seines frivolen "Angriffs" erst einmal aus der Falsche einen Schluck nahm, war er schon wieder gewillt das Gefühl, das ihn eben beschlichen hatte, als Blödsinn abzutun. Wer wusste zu sagen, was ein verrückter Kerl wie Moreau mit diesen Worten tatsächlich gemeint hatte? Er war doch nicht so lebensmüde einem Gesetzeshüter, der ebenso über die Moral und Sitte wachte, sein wahres Gesicht zu zeigen? Bestimmt war er selbst nur so feinfühlig, weil er Cassidy mit Sophie im Badezuber überrascht hatte ... Aber auch hier war er langsam mit sich einig, dass er überreagiert hatte - denn es konnte einfach nicht sein... was nicht sein durfte! In seine Überlegungen hinein, die ihn mit einem gewissen Hauch Ekel erfüllte, spürte er plötzlich die Flasche gegen seine Brust gedrückt und er blinzelte, aus den Gedanken gerissen. Und von den Gedanken noch ziemlich mitgenommen, griff er rasch nach der Flasche und trank einen viel zu großen Schluck - als hätte er eine Wasserflasche angesetzt. Er trank nicht, weil es sein letzter Schluck sein würde, sondern weil er hoffte mit der Leichtigkeit, die sich nach einem gewissen Pensum einstellte, nicht mehr all zu wirre Gedanken zu haben. Er fuhr sich mit dem Handrücken über die Lippen und reichte die um die Hälfte leichter gewordenen Flasche zurück. Wieso genau sah ihn Moreau nun so amüsiert an? "Ich trinke, wann immer ich will. Meine Frau kann mir gar nichts verbieten," merkte er mit langsam schwerer werdende Zunge an und nickte, als müsste er sich selbst bekräftigen. "Und wer etwas anderes annimmt, täuscht sich gewaltig." RE: sick visit - Calvin Moreau - 30.07.2025 Neben seinem Sündenpfuhl liebte Calvin auch Komplimente jeder Art. Es war dabei egal, ob man sein Äusseres ansprach oder ein paar seiner Eigenschaften hervor hob und applaudierte. Er sonnte sich darin und nahm die Aufmerksamkeit wohlwollend an. Oft bekam er sie nämlich nicht zugesprochen. "Meine Augen und Ohren sind überall.", behauptete er mit einem breiten Grinsen. Die Aussage stimmte natürlich nicht, denn Calvin hatte die Augen meist nur für die Leute, die ihm gerade gefielen und sein Gehör vernahm nur das, was er hören wollte. Aber es gab sie, die lichten Momente, in denen er durchaus kluge Dinge aussprach. "Wenn Sie wollen, haben Sie meine ganze Aufmerksamkeit auch für sich allein. Sie brauchen es nur zu sagen." Er schenkte dem Sheriff seinen speziellen Blick. Jener Blick, der starrend war, aber auch geheimnisvoll, herausfordernd und sogar ein wenig arrogant, weil sich Calvin in diesen Momenten anderen überlegen fühlte. Clayton zeigte eine Spur der Unsicherheit. Und er fühlte sich ganz offensichtlich nicht wohl mit der Nähe. Etwas, was Calvin aber gewohnt war und was ihn ein Grinsen ins Gesicht rief, während der Sheriff ihm mit Handgreiflichkeiten drohte. Es wäre besser, er würde ihm auf den Hintern statt auf die Nase hauen. Das war weitaus angenehmer. Und reizvoller. Aber Calvin musste aufpassen. Er spielte mit dem Feuer und daran konnte man sich arg verbrennen. Bei Clayton war er sich noch nicht sicher, wie stark die Verbrennungen sein würden, wenn er weiterging. Von einer lustvollen Hitze bis zu verengter Haut konnte alles dabei sein. Deshalb musste der Alkohol erst einmal wieder für den nötigen Abstand herhalten. Der Whisky verschaffte immerhin eine gewisse Pause, in der Clayton sich dem Teufel entziehen konnte - oder eben nicht. Der Sheriff blieb. Er trank. Und er schien sich dafür entschieden zu haben, es noch ein paar Minuten länger mit Calvin auszuhalten. Ehrlich gesagt, hatte Calvin nicht gewusst, ob Clayton bei seinen Annäherungsversuchen den Colt zückte oder sich darauf einliess, so weit er es eben zulassen konnte. Doch jetzt schien der Ältere eine Entscheidung getroffen zu haben, und die lautete Whisky und Calvins Gesellschaft statt Rechtschaffenheit und Abstinenz. "Ich glaube Ihnen.", sagte er grinsend und nahm die Flasche wieder an sich. "Niemand kann Ihnen sagen, was Sie tun oder lassen sollen. Sie sind der Sheriff, Sheriff. - Kommen Sie." Calvin griff nach Claytons Oberarm und zog ihn sanft mit sich. Eine Weile konnten sie ja noch gehen, etwas raus aus der Stadt, wo es auch nicht so auffällig war, dass Calvin mit dem Ordnungshüter spazieren ging. Das würde nur viele Fragen auslösen, die dann Clayton zu beantworten hatte. Calvin würde man nicht danach fragen, und selbst wenn, konnte er irgendetwas sagen, denn die Leute machten sich ohnehin ein eigenes Bild darüber. "Ich war vor vielen Jahren einmal kurz davor, ein Mädchen zu heiraten.", erzählte er vergnügt. Warum auch nicht? Die Geschichte hatte er schon etlichen Leuten erzählt. "Aber letzten Endes war es dann doch nicht dazu gekommen. Zu viele, hm, unterschiedliche Ansichten. Da hab ich sie gehen lassen." Eigentlich hatte sie ihn zum vierten oder fünften Mal mit einer anderen Frau erwischt und sie hatte ihn zum Teufel gejagt. Aber damals war er ja auch noch jung und dumm gewesen. Heute war er alt und dumm, denn er hatte nichts daraus gelernt. Warum auch? Wieso sollte man immer die gleiche Speise vom Buffet nehmen, wenn man alles probieren konnte? "Und wissen Sie, was ich danach gemacht habe?" Er hob die Flasche an und trank wieder einen grossen Schluck, bevor er sie an Clayton weiterreichte. "Ich habe mich auf die Vielfalt eingelassen. Blonde, Braunhaarige, Schwarzhaarige. Dicke, Dünne. Kleine, Grosse. Zarte Wesen. Und harte. Sehr harte..." Calvin starrte Clayton sekundenlang mit deutlicher Begierde in den Augen an, bevor er wieder breit grinste. "Ich verstehe jede Frau sehr gut, die sich für Sie interessiert, Sheriff. Sie sind ein stattlicher, gutaussehender Mann, der die Bürger vor dem Übel beschützt. Das ist sehr anziehend." Calvin hatte das Gefühl, von seinen eigenen Worten an den Sheriff hart zu werden. Also drehte er sich im Gehen um, lief rückwärts neben Clayton, streckte die Finger aus, stupste wie versehentlich gegen Claytons Brust und zog ihm die Whiskyflasche wieder aus den Händen. Er betrachtete ihn dabei aufmerksam, hob die Flasche an den Mund und trank erneut einen Schluck, ohne seine Augen von ihm zu nehmen. Dann grinste er breit und reichte den Whisky abermals zurück. Dabei leckte er sich über den rechten Mundwinkel, um den verlorengegangenen Alkohol aufzunehmen. Clayton war wirklich ein Hingucker! Und je länger sie liefen, desto mehr schlich sich der Gedanke in seinen Kopf, Clayton vernaschen zu wollen. RE: sick visit - John Clayton - 08.09.2025 Moreau sprach einmal mehr sehr viel. Plauderte. Und er schäkerte. John entging es nicht, aber inzwischen konnte er es nicht mehr als Blödsinn abtun oder als Einbildung. Es lag offen vor ihm und Moreau versteckte seine kleinen Angriffe nicht einmal mehr. Er war vorsichtig, keine Frage, aber im Gesamten ging er reichlich frech vor. Doch John wusste, dass eine Anschuldigung von diesem Ausmaß nur Bestand hatte, wenn er einen Zeugen bei sich hatte oder Moreau gestand. Selbstredend würde er alles abstreiten, sollte John ihn direkt darauf ansprechen. So konnte er ihm bei seinem breiten Grinsen, seinen auffälligen Blicken, der Art wie er Nähe suchte, als er ihn am Oberarm ergriff und schließlich die Flasche wieder an sich nahm nur erstaunt zu sehen. Und es geschehen lassen. John nahm die Flasche sogar zurück, doch er trank nicht sofort, reagierte eher als eine Art Reflex. Er hielt sie, die Flasche, wie man ein Stück Beweismaterial hält, das mehr verrät, als einem lieb sein konnte. Sein Blick ruhte dabei weiterhin auf Moreau, so unerschütterlich, dass es fast schon ein Duell war – aber ohne Colt, nur mit den Augen. Ein Messen und Ringen. Ein ich sehe dich und weiß, was du da tust. Sei vorsichtig. Der Galgen ist nahe. "Sie sind wirklich… bemerkenswert dreist," murmelte er schließlich, noch immer völlig durcheinander, aber in seiner Stimme lag weder Zorn noch Belustigung, sondern etwas, das dazwischen lag - eine Mischung aus Warnung und aufrichtiger Verwunderung. "Manchmal frage ich mich, ob Sie überhaupt wissen, was Sie da sagen, oder ob Sie einfach alles aussprechen, was Ihnen durch den Kopf schießt – in der Hoffnung, dass die Welt sich schon danach fügt. Ein solches Verhalten kenne ich bislang nur von meiner Tochter und meinem ehemaligen Deputy. Aber beide sind jung und unerfahren. In meinen Augen ist das Entschuldigung genug. Was ist die Ihre?" Er nahm anschließend schließlich doch noch einen Schluck, und der brannte nicht nur im Hals, sondern auch in der Brust, wo Moreaus Finger ihn eben noch berührt hatten. John wischte sich mit dem Handrücken über den Mund, als könne er damit beides loswerden – den Whisky und die Nähe - oder Moreau. Doch der Whiskey half sich wieder zu konzentrieren und etwas außerhalb vom Ort konnte auch niemand dabei zusehen, wie John, vom Whiskey ein wenig träge, einfach geschehen ließ, was geschah - zumindest die "Entführung". So betrunken war er noch nicht, um sich Moreau auf Abstand zu halten. Der hatte aber im Augenblick mehr Interesse daran, John ein wenig in seine Lebensgeschichte einzuweihen. Er erfuhr etwas von einem Mädchen, das Moreau fast geheiratet hätte. Es kam unerwartet, wie beiläufig, aber entsprach Moreaus Sprunghaftigkeit. Chaotisch, unfähig in Struktur zu bleiben. Und genauso unstet blieb er bei der Wahl seines nachfolgenden Themas, das von seiner Fastehe zu der Vielzahl von Frauen sprang, die Moreau in seinem Leben "genossen" hatte. Es wurde wie meist bei Moreau ein wenig... schmierig und John versuchte erneut über diese Mischung aus offener Begierde und gespielt-harmloser Körpersprache hinwegzusehen. "So, die Ehe und Sie? Das ich nicht lache," versuchte John heiter und entspannt zu bleiben. "Das mit den Frauen – da glaube ich Ihnen jedes Wort. Aber Ihre… Vielfalt hat einen Haken, Moreau. Wer alles kosten will, der merkt irgendwann nicht mehr, wie etwas wirklich schmeckt. Alles verschwimmt." Er hielt kurz inne, der Abendwind spielte an seiner Weste, die Schatten wurden länger. "Und Sie verschwimmen mit." Ein kurzes, schiefes Grinsen huschte über sein Gesicht, ehe er fortfuhr - wenn auch leicht irritiert von Moreaus Gang: "Und das Das Kompliment nehm’ ich Ihnen nicht ab. Nicht so, wie Sie es meinen. Ich weiß, was Sie tun: Sie werfen Worte, wie ein Spieler Würfel wirft. Und manchmal, Sheriff hin oder her, will man Ihnen fast glauben. Das ist Ihre größte Gefahr." Er blieb stehen, drehte sich halb zu ihm und traf eine Entscheidung. Hier und jetzt seinen Standpunkt klipp und klar zu äußern, ohne direkt zu werden, ohne eine Anschuldigung auszusprechen und dann würde er darüber nie wieder sprechen. Seine Stimme war dabei tiefer, fester und von Autorität getränkt. "Aber hören Sie mir jetzt gut zu: Sie spielen hier nicht mit irgendeinem Cowboy im Saloon. Wenn Sie mich noch einmal so ansehen – mit diesem Blick, Moreau – dann sehen Sie nichts mehr. Das ist kein Scherz. Keine leere Drohung. Ich bin alt, ich bin vielleicht auch in manchen Dingen Naiv, aber ich sehe, was ich sehe." John hob die Flasche, trank den letzten Schluck und reichte sie zurück, sein Gesicht wieder beherrscht. "Sie wollten einen Spaziergang. Nun haben Sie ihn. Aber was auch immer Sie sich einbilden – vergessen Sie’s. Ich bin kein Mann für Ihre Spiele." RE: sick visit - Calvin Moreau - 18.09.2025 "Danke." Calvin grinste übertrieben breit und winkte noch übertriebener mit der Hand das Kompliment ab, wobei er diese Geste auch noch damenhaft zu interpretieren versuchte. Dabei sprach der Sheriff weder ein Kompliment noch ein sonstiges Lob aus. Er bezeichnete ihn lediglich als dreist und hatte damit absolut recht. Calvin war frech und er übertrieb, so lange es ging, weil es ihm Spass machte, seinen Gegenübern Reaktionen zu entlocken. Nicht immer blieben diese verbal oder gar anständig, aber damit konnte er umgehen. Davon abgesehen, war Clayton ein Sheriff und einer von den guten Menschen. Calvin fühlte sich jedenfalls bei ihm absolut sicher und in guten (starken, kräftigen) Händen. Wenn der Sheriff ihm eine scheuerte, würde er sich hinterher bloss selbst ärgern, Calvin auf den Leim gegangen zu sein. Deshalb fürchtete er sich nicht vor der juristischen Hand der Stadt. Mit einem leisen Lachen gesellte er sich wieder neben Clayton, der nun die Flasche wieder in seinen Händen hielt, und hörte zu, was dieser zu sagen hatte. "Warum soll man über jedes Wort nachdenken, wenn man es doch einfach nur aussprechen muss? Das benötigt viel zu viel Zeit." Mit grossen Augen, in denen die Belustigung unübersehbar war, sah er zu, wie Clayton einen weiteren Schluck aus der Whiskyflasche nahm. Der Sheriff wirkte unheimlich erotisch, wenn er schluckte und sich die Muskelbewegung am Hals zeigte. Überhaupt gewährte ihm der Ältere viele Möglichkeiten, ihn genauer zu betrachten und zu beobachten. Ob das gewollt war? Vermutlich nicht. Aber Calvin hinderte diese Tatsache nicht daran, ihn sich ausgiebig anzusehen. Eine kleine Unterbrechung folgte dann von Calvins Seite aus, der über seine damalige Fast-Ehe sprach, weil er den Sheriff noch eine Weile länger an der Angel haben wollte. Und das gelang nur, wenn er es doch nicht zu arg übertrieb. Clayton war weder betrunken genug, um sich erfolgreich verführen zu lassen, noch hatte Calvin das tatsächlich vor – also das bewusste Betrinken. Die Verführung war eine andere Sache und da kam eben darauf an, ob die Möglichkeit dazu überhaupt bestand. Das Einzige, was er wirklich vom Sheriff wollte, war dessen… nun ja, Freundschaft? Geselligkeit? Teilnahme? Aufmerksamkeit! "Sie glauben mir nicht?!" Calvin tat entrüstet, grinste aber breit. "Ich hätte sie beinahe geheiratet. Ich war so kurz davor." Mit den Fingern zeigte er einen kleinen Abstand, um zu verdeutlichen, dass Clayton hier beinahe mit einem verheirateten Mann gesprochen hatte! Das brachte Clayton aber nicht davon ab, etwas philosophisch auszuholen. "Ah, Clayton, Sie unterschätzen meine Geschmackssinne! Ich bin kein Kostverächter und mir hat noch nie etwas gleich geschmeckt wie am Abend zuvor!" Calvin lachte und begab sich dann in die Position eines Rückwärtslaufenden, der Clayton scheinbar im Weg stand – ganz bewusst und provokativ. Dabei gingen sie aber gemächlich weiter. Wieder sah er sich Clayton an, beobachtete die Körperbewegungen, das Spiel der Mimik und seine Augen. Die Worte, die der Sheriff an ihn richtete, klangen positiv und negativ, sie waren das eigentliche Spiel zwischen ihnen. "Uh, ich wusste gar nicht, dass ich eine Gefahr bin." Frech grinste er und blieb dann ebenfalls stehen, als es Clayton tat. Neugierig musterte er ihn, obschon er ahnte, dass jetzt keine Schmeichelei folgen würde. Und tatsächlich war die Stimme des Mannes vor ihm ernster. Calvin öffnete den Mund, klappte ihn wortlos wieder zu, und richtete seinen Blick nach oben in den Himmel – oder in sein Gehirn, denn er musste kurz nachdenken, was er nach dieser Ansage antworten sollte. Kurz darauf ging die Flasche wieder zu ihm. Immer noch nachdenklich – aber nicht im belastenden Sinne – sah er nun auf die Flasche. Dann zuckte er kurz für sich mit den Schultern und tat, was er immer tat: Die Grenze überschreiten. Er trat einen Schritt nach vorn auf Clayton zu, so dass der natürliche Abstand zwischen zwei Männern, auch nur guten Bekannten, viel zu klein war. Aber sie waren ausserhalb der Stadt, also am Stadtrand, und gerade war hier niemand ausser ihnen beiden. Calvin sah ihn für Sekunden schweigend in die Augen, ehe er den Mund langsam öffnete – und dann zu sprechen begann und die Spannung ignorierte (er interpretierte sie als heisse Spannung). "Sheriff, Clayton, Sir… das ist nun einmal mein Blick. Wie soll ich Sie denn sonst anschauen? Sie können einem Mann doch nicht sagen, dass er anders gucken soll, wenn er eben immer so guckt. Wie soll ich das bitte machen? Ich kann meine Haare frisieren oder mir einen Bart wachsen lassen. Oder mich anders kleiden oder sogar anders gehen. Aber meinen Blick ändern…" Calvin schloss die Augen und schüttelte entschieden den Kopf. "Sie sind lustig, Sheriff!" Grinsend hob er seine Hand und tätschelte Claytons Schulter. "Ich spiele nicht mit Ihnen." Während seine Finger noch immer auf Clayton auf und absanken, schob er sich mit der anderen Hand die Whiskyflasche an den Mund. Ohne Clayton aus den Augen zu lassen, genehmigte er sich zwei weitere Schlucke. Als er die Flasche absetzte und seine Hand zu sich zog, drückte er den Whisky zurück an die Brust seines Gegenübers. "Das hier ist kein Spiel, Sheriff. Ich mag Sie tatsächlich." Seine Schultern zuckten wieder, dann kam das breite Grinsen zurück und Calvin trat einen Schritt zur Seite, um Clayton wieder etwas mehr Freiraum zu geben. Aber nur etwas. "Drei Verbrecher klauten aus der Küche mal ein Ei!", begann er zu singen. "Schon am nächsten schönen Morgen hingen sie am Galgen. Und aaaalles war vorbei. Denn der Sheriff hat gesagt: "Klaue nie ein Ei!" Amüsiert sah er den Sheriff an. "Haben Sie jemals geklaut, Clayton? Ein Ei oder so?" RE: sick visit - John Clayton - 07.10.2025 John ersparte sich ein Augenrollen und auch ein entnervtes Seufzen. Aber einen stechenden Blick bekam Moreau auf sein provokantes "Danke" hin dennoch zugeworfen. Sie wussten beide, dass weder der eine noch der andere irgendetwas falsch verstanden hatte. Dass er nichts weiter dazu sagte, ließ erahnen, dass John die Situation ein wenig zu entgleiten drohte, doch er ahnte, dass er sich seinen Atem für eine strenge Zurechtweisung sparen konnte. Jemand wie Moreau würde sich davon unbeeindruckt zeigen. Es würde ihn viel mehr dazu anstacheln, einfach weiterzumachen. Doch die Hoffnung, dass Moreau sein Interesse an John dadurch verlieren würde, hatte John wiederum nicht. "Weil es manchmal gesünder ist," gab er ihm jedoch auf seine rhetorische Frage schließlich eine gemurmelte Antwort und hob kurz die Flasche - es war noch genug Whiskey für sie beide da. Genug, um diesen Spaziergang zu überstehen. Warum er eigentlich sich dazu hatte überreden lassen, wusste John jetzt nicht einmal mehr zu sagen! Ganz sicher lag es an diesem brennenden, pochenden Schmerz, der in seinem Ohr seinen Anfang nahm und seinen ganzen Kopf in Beschlag hatte. Da konnte ein Mann ja auch kaum vernünftige Entscheidungen treffen! Geschweige denn klar denken! "Oh, ich glaube Ihnen," wehrte John, seinen Gedankengang unterbrechend, die Anschuldigung eilig ab. "Ich habe Sie aber nicht für jemanden gehalten, der sich festlegen möchte. Kostverächter! Das trifft es sehr gut," bekräftigte John die Worte seines Begleiters und musste dann aber doch ein wenig schmunzeln. John mochte aus einem erzkonservativen Elternhaus stammen - aber von dem Tag an, an dem er begriffen hatte, dass seine Eltern gar nicht so gottesfürchtige Menschen waren, wie sie ihren Kindern dafür mit aller Macht auf den Weg geben wollten - hatte er die Furcht vor dem Fegefeuer zur Seite gepackt und sein Leben gelebt. Er hielt durchaus sehr viel von Treue und die Ehe war ihm heilig, aber vor seinen beiden Ehen war John gewiss kein Mann von Traurigkeit gewesen. Er wusste durchaus von was Moreau sprach. Er würde aber den Teufel tun, irgendetwas davon ausgerechnet Moreau anzuvertrauen. Der ging ihm ohnehin gerade wieder gewaltig auf die Nerven, in dem er anfing rückwärts zu gehen und dabei so tat, als würde er ständig John am Weitergehen behindern. "Richtig. Eine Gefahr ist stark übertrieben. Ich sollte wohl lieber sagen, eine Nervensäge!", knurrte John und versuchte sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, ehe er deutlichere Worte für Moreau und die Art wie er sich verhielt, fand. Dabei hatte John den Blick nicht von Moreau genommen, auch nicht als dieser auf ihn zutrat. Es war kein überraschter, sondern ein wachsamer Blick – einer, der sich anspannte, als Moreau den Abstand unterschritt. Der Whiskey zwischen ihnen und Moreaus Stimme so dicht, dass John die Wärme seines Atems spüren konnte. Er wollte einen Schritt zurücktreten, tat es aber nicht. Aus Prinzip. Vielleicht auch aus Trotz? Seine Finger spannten sich um die Flasche, wie um einen Griff, der ihn aufrecht hielt, während Moreau die Unschuld in Person spielte und ihm großspurig erklärte, er würde einmal nicht anders dreinschauen können! "Sie sollten besser aufpassen, Moreau," sagte er ruhig, doch das leise Zittern in seiner Stimme verriet, dass ihn die Beherrschung mehr kostete, als er zugeben oder gar zeigen wollte. "Sie reden sich gern heraus mit Worten – aber Sie wissen ganz genau, was Sie tun. Sie suchen Grenzen. Und Sie haben keine Angst, sie zu berühren." Bei seinem letzten Wort sah er kurz hinab, wo Moreaus Hand eben seine Schulter berührt hatte. Ein kaum sichtbares Zucken ging durch seine Kiefermuskeln. "Aber ich bin kein Mann, den Sie auf diese Weise aus der Fassung bringen. Oder glauben Sie, ich merke nicht, was Sie hier treiben?" Seine Augen ruhten mit einem strengen, fast bösen Blick auf Moreau, der sich die Flasche gerade an den Mund führte um daraus zu trinken. Als Moreau ihm den Whiskey gegen die Brust drückte, blieb John abrupt stehen. Es war nicht der Stoß, nicht einmal die Berührung, die ihn aufhielt, sondern der Satz, der damit einherging. Ich mag Sie tatsächlich. Die Worte hallten in ihm nach, wie das Nachklingen eines entfernten Schusses. Nicht laut, aber deutlich genug, um ihn zu treffen. Und er verstand nur zu gut, in welch gefährliche Richtung diese Sache laufen könnte, wenn er Moreau nicht ein wenig klarer zu verstehen gab, dass er nicht "so" ein Mann war. Und Moreau konnte von Glück sagen, dass er nicht einmal "so" ein Sheriff war, ansonsten würde er für sein heutiges Verhalten morgen schon an einem Ast baumeln. Für einen Moment tat er daher nichts. Kein Zucken, kein Griff nach der Flasche. Nur der Blick – ein kurzer, flackernder Moment zwischen Abwehr und Verständnis, als hätte er nicht erwartet, dass Moreau so offen sprechen würde. Es war von Moreau ein gewagter Flirt. Etwas, das gefährlich nah an das Wesen "Moreau" herankam und es überraschte John, dass er damit so freizügig umging ohne darüber nachzudenken, dass er - einmal an den Falschen geraten - den Tod finden könnte. John war in vielen Bereichen tolerant. Er konnte sogar einen Mann wie Moreau in die Augen blicken und mit ihm einen Flasche Whiskey teilen - aber in all dem, was er an Moral in sich vereinte, war er davon tief in sich angewidert. Es stieß ihn ab. Doch als Mann, der mit einer Hure ein Kind gezeugt hatte, der seine Frau nicht von einem Mörder hatte beschützen können, der seiner Tochter ihr ganzes Leben dadurch zur Hölle gemacht hatte und eine Affäre mit einer verheirateten Frau unterhalten hatte, wollte er nicht zu streng mit Moreau ins Gericht gehen. "Das sollten Sie nicht sagen," kam es schließlich etwas heißer über seine Lippen. "Schon gar nicht zu mir. Als Sheriff dürfte ich so etwas nicht dulden. Also tue ich einfach so, als wäre es ein Spiel von ihnen," riet er Moreau auf freundliche Weise, mit einem scharfen Unterton. Und mit viel Nachdruck in der Stimme. Der eindringliche Blick riet Moreau sich darauf einzulassen, andernfalls würde John bei ihrer nächsten Begegnung nicht mehr so nachsichtig mit ihm umgehen können. Schon gar nicht wenn er sich solche frivolen Frechheiten in der Öffentlichkeit herausnahm. Er nahm schließlich die Flasche an sich und trank – ein wenig gierig, um mit so viel Whiskey wie möglich diesen bitteren Beigeschmack ihrer Unterhaltung wegzuspülen. Als Moreau wieder etwas auf Abstand ging und zu singen begann, schnaubte John leise durch - ein Laut zwischen Belustigung und Fassungslosigkeit. Das Lied war dumm, aber es brachte ihn dazu, den Blick zu senken - und für einen Sekundenbruchteil entwich ihm ein kaum hörbares Lachen. Mit einem Kopfschütteln erinnerte es ihn an Moreaus Gesangseinlagen in der Arrestzelle. "Sie sind unmöglich," brachte er hervor, und der Versuch, das barsch klingen zu lassen, scheiterte kläglich. Als Moreau fragte, ob er je gestohlen hätte, war John einen Moment still. Dann schüttelte er mit dem Kopf: "Ein Ei habe ich nie gestohlen. Und von da woher ich komme, wagt man es nicht, jemanden zu bestehlen. Aber... mit den Jahren... Habe ich Dinge genommen, die mir nicht gehörten." Verheiratete Frauen... das eine oder andere gebrochene Vertrauen... Er sah Moreau wieder an – ein ernster, prüfender Blick, dann atmete er tief durch, wandte sich ab und setzte den Weg fort. "Kommen Sie, Moreau. Es wird kalt. Und ich hab das Gefühl, Sie singen gleich den nächsten Vers, wenn ich Sie hier stehen lasse." Und mit einem knappen Blick über die Schulter fügte er hinzu: "Wenn Sie mich noch einmal so ansehen, Moreau, dann glauben Sie mir, werde ich Ihnen das Lied aus dem Kopf prügeln. Aber nicht, bevor ich erfahren habe, wieso Sie’s überhaupt singen." RE: sick visit - Calvin Moreau - 08.10.2025 Ja, vielleicht wollte sogar ein Teil in ihm, dass sein Gebaren ein endgültiges Ende fand. Der Teil, den er mit all seinen Sünden zu ersticken versuchte, und den er dadurch kaum noch wahrnahm. Der Teil, der Calvin zerbrechen liess, würde er irgendwann Gelegenheit bekommen, an die Oberfläche zu gelangen. Dieser erschöpfte, irritierte, gedemütigte und verletzte Teil seines Wesens. Calvin hatte aber keine Todessehnsucht noch den Wunsch, am Galgen zu baumeln oder mit einem ordentlichen Schuss hingerichtet zu werden. Für ihn gab es allerdings weder ein Zurück noch ein Vorwärtskommen. Und deshalb baumelte sein Leben ohnehin schon seit Jahren an einem - erstaunlich dicken - Seil. Wann immer er geglaubt hatte, sein Ende wäre gekommen, hatte das Schicksal zugeschlagen und sein Leben verschont. Zufälle, glückliche Fügungen und Wendungen, den richtigen Bekannten zur rechten Zeit. All das hatte ihn bisher davor bewahrt, tatsächlich aufgeknüpft zu werden. Wie sich das künftig in der Stadt verhielt, wusste er noch nicht, aber er war ohnehin nicht gut darin, langfristig zu denken. Wenn er sich ständig Gedanken über Morgen machen würde, bekäme er Kopfschmerzen und er war kein Mann, der gerne still und leise litt. Clayton hatte bestimmt auch Kopfschmerzen. Oder Ohrenschmerzen. Oder sogar beides. Aber seine Gedankenmühle funktionierte noch ordentlich, denn er durchschaute ihn und obwohl er eine Weile benötigte, um die richtigen Worte auf Calvins Geständnis, dass er ihn mochte, zu finden, scheute er sich nicht, sie auszusprechen. "Ich habe nichts getan, was gegen die Regeln verstösst, Sheriff." Calvin grinste, wenn auch ein wenig vorsichtiger. "Für die moralischen Regeln ist Stevenson zuständig. Sie jedoch sind das Gesetz und so lange ich Sie nicht mit einer Waffe bedrohe und fordere, dass Sie mir Ihren Gürtel übergeben, gibt es nichts, was Sie mir anhängen können." Damit hob er seine Hände wieder unschuldig in die Höhe. "Ausser meiner Freundlichkeit." Nun gut, wenn man nur ein wenig bei Calvin graben würde, kämen eine Menge Anschuldigungen zum Vorschein. Es würde sich in einer halben Stunde bestimmt ein halbes Dutzend Leute finden, die Calvin wegen allem möglichen bezichtigen könnten. Die Flasche wurde von Clayton schliesslich begrüsst und um einige Schlucke leerer. Calvin sah ihm dabei zu. Einerseits zufrieden, dass Clayton nicht einfach nach Hause ging, andererseits besorgt, dass die Flasche leer wurde und für ihn nichts mehr übrig blieb. Aber er besann sich dann darauf, dass ein angetrunkener oder betrunkener Sheriff wenig bis gar nichts über Calvins Flirt ausplaudern konnte und das war ja letztendlich was gutes! Calvin fand, dass Singen sowieso über alle Situationen hinweg half, und deshalb begann er damit auch. Es freute ihn zudem, dass auch der Sheriff von seiner Ernsthaftigkeit loskam und scheinbar belustigt war, auch wenn er versuchte, es sich nicht anmerken zu lassen. Die zuckenden Mundwinkel konnte Calvin nicht übersehen. Die Offenbarung des Sheriffs kamen dann aber doch sehr überraschend. Calvin hatte nicht damit gerechnet, dass Clayton ein Diebstahl zugeben würde, noch, dass er es so unverblümt sagte. Verblüffung zeigte sich in Calvins Gesicht. Ein Sheriff, der sich Dinge genommen hatte, die nicht ihm gehörten. Das konnte auch poetisch gemeint sein. "Welche Dinge?", wollte er nun wissen und begegnete Claytons Blick furchtlos. "Hat Sie der Nachbar beim Pflücken seiner Blumen erwischt?" Calvin grinste breit und folgte dem Älteren schliesslich, der voranging und nicht wollte, dass er erneut sang. Calvins Mundwinkel gingen in die Breite, bis... bis Clayton über seine Schulter blickte und auf seine ganz eigene Art und Weise äusserst charmant und begehrenswert wirkte. Das war doch kein einfacher, unschuldiger Schulterblick! Das war eine wortlose Aufforderung! Ein Versprechen! "Was...?" Calvin hob die Hand und strich sich über das Gesicht. Wie schaute er denn?! Was hatte Clayton mit seinen Blicken? Calvin beeilte sich und schloss zum Sheriff auf. "Ich weiss wirklich nicht, was Sie gegen meine Blicke haben. Ich hab Sie doch nur angesehen.", murmelte er und diesmal war er sich tatsächlich seiner Wirkung nicht bewusst gewesen. "Und ich singe zum Spass. Zum Zeitvertreib. Ich kenne eine Menge Lieder und manchmal fallen sie mir eben in manchen Situationen ein." Grinsend drehte er den Kopf zu Clayton neben sich. "Tun Sie nie etwas der Freude wegen? Ich weiss, dass Ihre Gemahlin aufpasst, dass Ihnen kein Leid geschieht, aber... "Er breitete kurz die Arme aus. "Hier kann Ihnen nichts passieren. Sie können noch nicht einmal vom rechten Weg abkommen, weil es nur diesen Weg gibt und die Stadt immer noch in greifbarer Nähe hinter uns liegt. Ausserdem bin ich ja bei Ihnen, und glauben Sie mir, ich kenne den Weg bis zum Saloon auch sturzbetrunken." Calvin lachte und griff dann nach der Whiskyflasche, um sie Clayton aus den Händen zu ziehen und sie selbst an seine Lippen zu setzen. Nachdem ein grosser Schluck brennend seine Kehle hinabstürzte und Calvin sich mit dem Handrücken über den Mund wischte, sah er seitlich wieder zu seinem Mitspazierer. "Kommen Sie schon." Er hob die Hand und stupste mit dem Zeigefinger gegen Claytons Wange. "Tun Sie etwas, was Sie schon immer einmal tun wollten. Ich werde niemandem sagen, was Sie getan haben. - Singen Sie! Tanzen Sie! Klettern Sie auf den Baum dort. Oder tun Sie etwas anderes. Hier beobachtet Sie keiner. Und ich bin weder Richter noch Henker oder ein Prediger!" RE: sick visit - John Clayton - 16.10.2025 Der Whiskey tat langsam seine Wirkung. John wurde es von Innen heraus ganz warm. Und sein Kopf fühlte sich leichter an. Ein wenig verspürte er sogar Albernheit aufkommen, ohne so recht zu wissen, woher sie kam - ob er sich über Moreaus Verhalten amüsierte? Vermutlich. Anders konnte es wohl kaum sein. John ließ die Flasche in der Hand ruhen, den Blick auf den staubigen Weg vor sich gerichtet. Calvin redete, sang, spielte, bewegte sich so nah, dass John die Wärme seines Körpers spüren konnte – und dennoch schaffte er es, äußerlich ungerührt zu wirken. Ein Teil von ihm wollte sich abwenden, Abstand schaffen, ein anderes Teil registrierte jede Bewegung, jeden Ton, jedes freche Grinsen. Und jedes freche Wort. Auch wenn jedes davon wohl der Wahrheit entsprach. "Sie wissen genau, was Sie tun, Moreau," murmelte er leise, fast mehr zu sich selbst als zu dem anderen und seine Zunge fühlte sich vertraut schwer an. "Und dennoch… Sie hören nicht auf." Seine Finger spannten sich kurz um die Flasche, als müsste er sich selbst daran festhalten, um nicht den Fehler zu machen, auf jede Provokation zu reagieren. Sicher, Moreau hat gegen keine Regel verstoßen. So dumm war er auch wieder nicht. Aber er spielte sehr gefährlich mit dem Feuer. Doch was hätte John Moreau noch mit auf den Weg geben können? Er hatte seine Grenzen abgesteckt. Moreau wusste, dass John ihn durchschaut hatte und trotzdem weiterziehen ließ. Er schien zu verstehen, dass John heute nicht danach war einem Mann, der niemanden bislang etwas getan hatte, für etwas das Leben zu nehmen, dass gegen jedes Gebot in der Bibel verstieß. In diesem Moment war John weniger Gesetzeshüter, dafür mehr der einfache Mann von nebenan, der sich auch gerne mal eine außergewöhnliche Lebensgeschichte anhörte. Ganz gleich wie er selbst dazu stand. Gewiss war daran auch der Alkohol schuld. Er lähmte, er löste, er machte John entspannter und empfänglicher für Gespräche, die er sich für gewöhnlich verbat. Er war auch daran schuld, dass er sich etwas mehr öffnete, als ihm sonst lieb gewesen wäre. Der Whiskey machte ihn gesprächig. Etwas vor dem sich der nüchterne John sehr fürchtete. Der betrunkene John dagegen grinste Moreau überraschend frech ins Gesicht, als dieser natürlich umgehend in Erfahrung bringen wollte, welche Dinge John gestohlen hatte. "Tja, das wüssten Sie jetzt gerne," lachte John und behielt sein Geheimnis für sich, als er einfach weiterging und Moreau einfach stehen ließ. Der holte jedoch rasch wieder auf und beschwerte sich dann lautstark über Johns strenge Worte. Darüber konnte der Sheriff allerdings überraschend gelöst und heiter lachen, während er mit den Schultern zuckte: "Oh, Sie wissen genau, wie Sie manchmal schauen können. Wie der Wolf kurz bevor er seine Beute reißt. Wie ein kleiner Schuljunge, kurz bevor er sich die Zuckerstange vom Weihnachtsbaum stibitz. Und was Ihre Lieder angehen - Sie mögen viele kennen, aber Sie können wirklich nicht gut singen," lachend überließ er Moreau die Flasche Whiskey, die leider zu Neige ging. Allerdings hatte Moreau gerade etwas gesagt, das in John etwas regte - weil er schon viel zu lange dorthin keinen Fuß mehr gesetzt hatte. Emily zu liebe. Und weil er das letzte Mal mit dem alten Veddler einen schlimmen Absturz erlebt hatte. Einen grandiosen Absturz. In Emilys Augen eine Sünde. Aber jetzt wo es Moreau erwähnte - dass er hier ein wenig Abstand von Emilys Einfluss genoss - warum nicht... "Sturzbesoffen, sagen Sie? Den Weg in den Saloon? Auch von hier aus?," er sah sich kurz zweifelnd um. Sie waren außerhalb des Ortes, nicht weit weg von seinem Wohnhaus, aber doch ein gutes Stück von der Stadtmitte entfernt. Selbst John würde sturzbetrunken sich nicht wagen, den Weg blind zu finden... Während er noch darüber nachdachte, befand sich plötzlich ein Finger von Moreau in seinem Gesicht. Besser gesagt an seiner Wange, samt der Einladung etwas völlig blödes zu tun. John schlug automatisch danach, als wäre der Finger eine lästige Fliege. "Lassen Sie das ja sein," drohte er mit vollem Ernst und zog die Brauen tief. "So betrunken kann ich gar nicht sein," behauptet John, der schon viel schlimmeres in ganz anderen Zuständen getan hatte. "Aber Sie könnten mir den Weg in den Saloon zeigen, war schon lange nicht mehr dort." RE: sick visit - Calvin Moreau - 30.10.2025 Nun, der Sheriff hatte nicht ganz unrecht. Calvin wusste meistens schon ziemlich genau, wann und warum er jemanden absichtlich provozierte, vor allem mit der unaussprechlichen Wahrheit. Warum er das allerdings tat und warum er dadurch stets am Abgrund entlangschrammte, liess sich kaum noch in einfachen Worten sagen. Eine Vielzahl an Gründen lag vor, aber es lag nicht an seinem Umfeld, diese zu erkunden und zu verstehen. Jeder Mensch trug seine Geheimnisse mit sich, aber nur wenige trugen sie so offensichtlich auf ihrer Zunge herum wie er es tat. Calvin lebte sehr gerne, er war also nicht lebensmüde, abgestumpft oder einer Egalität verfallen. Es war nur so, dass er schon lange nicht mehr damit aufhören konnte, die Pistole auf sich selbst zu richten und Russisch Roulette zu spielen. Irgendwann, da war er sich sicher, würde er über seine eigenen Füsse fallen und dann hatte er seinen letzten Atemzug gemacht. Hoffentlich auf oder unter einem schwitzenden, nackten Leib. Heute war dieser Tag aber nicht. Clayton setzte zwar Grenzen und er wählte seine Worte mit Bedacht, jedoch schien er aus unerfindlichen Gründen über Calvins Sündenpfuhl hinwegsehen zu können. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass Clayton als Sheriff ständig von sündhaftem Verhalten und Treiben umgeben war und er die Dinge eben genauer betrachten musste als zum Beispiel eine Mrs. Harris. Da fiel ihm sicher das eine oder andere auf, was in seinen Ermessensbereich der Strafen einfloss. Und genau deshalb mochte er ihn. Clayton war schlau und er hatte das Herz am rechten Fleck. Die Erklärung, die er ihm über seine Blicke gab, klangen weniger anklagend als gedacht. Im Gegenteil. Calvin fühlte sich sogar ein bisschen gelobt. Noch niemand hatte ihn als Wolf betitelt, was aber auch daran lag, dass er keiner war. Natürlich hatte Clayton recht, wenn er die Flirts meinte, aber ansonsten war Calvin eher ein Schaf, das herumblökte und nicht wusste, was es alleine tun sollte. Calvin nahm grinsend und stolz die Flasche entgegen. "Sie haben gute Augen, Sheriff. Sie loben mich ja von oben nach unten oder von vorn und hinten! Aber Ihr Gehör muss wirklich in Mitleidenschaft gezogen worden sein." Er sah ihn aufmerksam und immer noch grinsend an. "Vielleicht singe ich nicht so gut wie die grandes dames an der Ostküste oder wie Lizzie Oxford aus Fort, ähm... egal, aber meine Stimme ist ganz passabel!" Wieder näherte er sich dem Älteren auf eine viel zu intime Art und Weise. "Sie sollten meine Stimme mal hören, wenn's dunkel ist, Sheriff..." Lachend ging er wieder auf Abstand und trank aus der Flasche. Mit Clayton spazieren zu gehen und herumzualbern, machte verdammt gute Laune! Jetzt musste er den Mann nur noch dazu bringen, ein wenig aufzutauen. Ein wenig spielerischer zu werden. Neugieriger. Williger...? "Clayton! Seit ich hier bin, ist der Saloon mein Zuhause! Ich kenne den Weg in- und auswendig aus jeder Himmelsrichtung. Ich würde ihn immer und überall finden! Ganz gleich in welchem Zustand. So, wie ein Hund seinen Knochen findet, den er letztes Jahr vergraben hat, finde ich auch blind den Saloon." Calvin zog lachend seine Hand zurück, als Clayton danach schlug, und musterte ihn. Selbstverständlich war es für einen Sheriff nicht immer ganz einfach, sich im Saloon zu zeigen. Dort wurde mit falschen Karten gespielt, es wurden Pläne geschmiedet, die abseits der Legalität ausgeführt werden sollten. Dort trafen sich Halunken und Gauner, Falschspieler und Drahtzieher. Da störte die Anwesenheit eines Sheriffs oftmals. Allerdings befanden sie sich hier auch in Camden Village und die Stadt war trotz allem noch weit davon entfernt, eine Stätte für Banditen zu werden. So viele Pläne konnte man hier auch gar nicht schmieden, es gab ja kaum Handelsware oder Juweliere. Und viel Geld war hier auch nicht zu holen, auch mit gezinkten Karten oder Würfelspielen. Die, die wirklich gefährlich waren, versammelten sich nicht im Saloon, sondern an anderen Orten. In versteckten Kellern und Scheunen. Dennoch würde Clayton erst einmal für Aufsehen sorgen, wenn er den Saloon betrat, je nachdem, wie voll dieser war. Zum einen lag das an seinem Job. Zum anderen an Calvin. Wieso sollte der Sheriff der Stadt mit Calvin ein Bier trinken wollen? Das würde die Gerüchteküche zum brodeln bringen. Was allerdings egal war. Calvin dachte nicht grossartig darüber nach. "Uh, Sie sind ja ein schlimmer Junge, Sheriff." Calvin grinste, stoppte und deutete dann zur Seite, wo kein Weg mehr war. "Ist ein kleiner Umweg, aber so kommen wir nicht an Ihrem Haus vorbei, wo Sie möglicherweise von Ihrer Frau erwischt werden könnten. - Folgen Sie mir einfach, ich bringe Sie über die Hinterhöfe zum Saloon." Dabei hob er triumphierend die Whiskyflasche und kippte sich danach einen weiteren grossen Schluck in den Rachen. Er konnte nicht genug von diesem scharfen, warmen Geschmack bekommen. Und durch seinen immensen Alkoholkonsum dauerte es mittlerweile auch wesentlich länger, bis er richtig betrunken war. Dieser Zustand konnte allerdings auch rasch auftreten. RE: sick visit - John Clayton - 03.11.2025 John seufzte vernehmlich - laut, frustriert, ein wenig resignierend und schüttelte dann mit dem Kopf. Er wich aber nicht zurück, als sich Moreau ihm schon wieder viel zu sehr näherte, aber in seinen Augen blitzte es kurz bedrohlich auf - bis hier her, sagten sie, und kein Schritt weiter. "Ich hoffe Sie wollen mir damit nur sagen, dass Sie in der Nacht mit genug Alkohol besser singen können. Alles andere... will ich mir nicht mal denken müssen," hatte er das wirklich gerade gesagt? Und wurde seine Zunge auch erheblich schwerer? Nuschelte er schon oder lallte er bereits? "Weil sonst, sonst müsste ich Sssie verhaften!" Tatsächlich. Seine Zunge verhedderte sich bei dem einen oder anderen Wort. Verflucht - der Alkohol wirkte. Verdammt. Er würde unvorsichtiger werden. Er kannte sich. Das letzte Mal war er in der Pferdetränke gelandet. Aber darum wohl auch seine grandiose Idee mit dem Saloon! Emily würde der Schlag treffen. Und Moreau war jener Idee gar nicht abgeneigt. Warum auch? Wahrscheinlich rechnete er sich bereits aus, wie viel er auf Johns Kosten wegtrinken konnte. Aber immerhin versicherte er John, dass er den Saloon tatsächlich zielsicher aufspüren konnte, wie ein Hund seinen Knochen fand. Daran hegte John keinen Zweifel. Einen Mann von Moreaus zweifelhaften Ruf zog es auf Meilen entfernt in einen Saloon. Trotzdem... "Sie wär’n ein elender Spürhund, Moreau," brummte er ein wenig amüsiert und als Warnung, bevor sich Moreau seiner Fähigkeit wegen noch als Deputy bei ihm vorstellte. Sein linkes Augenlid zuckte ohnehin schon wieder recht nervös, kaum stieg Moreau aufs John Warnung ein, es ja nicht zu übertreiben. Leider nicht so wie es sich John erhofft hatte. Aber gab es in Bezug auf Moreau überhaupt eine Hoffnung auf Vernunft und anständiges Verhalten? John mochte es bezweifeln. "Vorsicht," sagte John recht langsam, damit das Wort mit Gewicht noch über seine Lippen ging. Ein bisschen leicht wurde es ihm des Alkohol wegen bereits im Kopf durchaus und damit fiel ihm auch das Reden ein wenig schwerer als üblich. "Aber…", — er räusperte sich. "Wenn Sie wirklich meinen, mich über Hinterhöfe schleusen zu können, ohne dass die Leute im Ort anfangen, sich ihre eigenen Geschichten zurechtzuspinnen, dann sind Sie entweder tollkühn oder dümmer, als Sie aussehen. Suchen Sie es sich heraus." Er grinste Moreau breit an, als ihm ein eigener, kleiner Denkfehler auffiel. "Ich meinte natürlich ohne dass meine Frau mich sieht. Im Saloon wird eh die halbe Stadt sitzen und von mir Notiz nehmen. "Aber ich geh mit. Aber nur, weil der Wind mir verspricht, dass ich frische Luft kriege. Und nicht, weil ich auf Ihre launigen Abenteuer stehe." John trat einen Schritt vor, justierte den Hut - ehe er bemerkte, dass er gar keinen trug und die Hand wieder herunternahm. Genauso wenig trug er eine Jacke, nur die Hausweste und schon gar keine Waffe führte er mit sich. Er fühlte sich fast nackt. "Ich glaub wenn ich so in den Saloon komme, reden die Leute ganz ohne meine Trunkenheit," seufzte er und machte ein paar Schritte Richtung der von Calvin gewiesenen Richtung. Der Boden knirschte unter den Stiefeln, die Luft roch nach Holzspänen und fernen Pferdeäpfeln. "Führen Sie also den Weg, Moreau — aber merken Sie sich eins: Sollte jemand im Saloon anfangen, Geschichten zu spinnen, dann sind Sie derjenige, der sie ausbessern muss." RE: sick visit - Calvin Moreau - 26.11.2025 Die schwere Zunge war deutlich herauszuhören. Clayton wirkte immer noch recht klar bei Verstand, aber er schien empfänglicher für Witze zu werden. Vulgäre Witze. Calvin wollte zwar nicht übertreiben, denn der Galgen war ihm immer nur eine Armlänge voraus – oder kam ihm mit schnellen Schritten hinterher -, aber aufhören konnte er mit seinen neckenden Spielereien auch nicht. Es machte einfach zu viel Spass und irgendwo am Horizont lauerte die leise Hoffnung auf Beglückung. Calvins Beuteschema bestand nicht aus ein paar Merkmalen wie die bevorzugte Haarfarbe, ein bestimmtes Alter oder irgendeine Körperform. Er hatte entweder Lust auf jemanden oder eben nicht, wobei es eher selten vorkam, dass er keine Lust verspürte. Sie tauchte auf, wenn er sich zu jemanden hingezogen fühlte, wobei er seit Jahren nicht mehr unterscheiden konnte, ob er jemanden bloss attraktiv oder auch sehr sympathisch fand. Deshalb tat er sich schwer mit Freundschaften, weil diese oft damit endeten, dass er zu weit gegangen war. Oder eher zu weit gehen wollte. Clayton hatte ihn bei ihrer ersten wirklichen Begegnung überrascht. Der Ältere war fair mit ihm umgegangen, hatte sich auf eine lockere Art und Weise provozieren lassen und diesen festen Händedruck in seinem Nacken konnte er auch nicht mehr vergessen. Clayton war resolut, ohne von oben herab zu sein, und das mochte Calvin. Aber Clayton war ein Sheriff. Mit einem verletzten Ohr. Was lustig war. Und irgendwie auch niedlich. Calvin musste sich also beherrschen. Er durfte über die Stränge schlagen, aber nicht zu weit gehen. Oder so. Das sagte ihm zumindest sein Verstand, der noch nicht ganz vom Alkohol eingeholt worden war. "Sie dürfen mich jederzeit verhaften, Clayton." Er grinste ihm breit ins Gesicht. "Ich mag Ihre Entschiedenheit. Das macht Sie äusserst… attraktiv." Leise begann er zu lachen und als der Sheriff ihm einen ernsten Blick zuwarf, hob er entschuldigend die Hände. "Für Frauen, Sir! Für Frauen." Calvin gluckste und beruhigte den grau melierten Mann. "Ich bringe Sie in den Saloon. Dort trinken wir gemeinsam auf unsere Freundschaft!" Das war ein gutes Vorhaben. Sofern sie den Saloon überhaupt erreichten. Calvin hielt sich wesentlich besser auf den Beinen als der Sheriff. Dieser liess noch eine ganze Reihe an Sätze heraus, die Calvin zwar hörte, aber mehrheitlich ignorierte. Vorsichtig war er selten, kluge Entscheidungen traf er üblicherweise auch nicht und seine Abenteuer waren nicht abhängig von seiner Laune, schliesslich stolperte er meistens ohne sein Wissen in diese hinein! Calvin ging grinsend ein Stück voran und hörte zu, was der Sheriff noch so zu erzählen hatte. Er wollte nicht gesehen werden. Das hiess, er wollte sich schon unter das Volk mischen, welches hauptsächlich aus Männern bestand, die tranken und spielten und sich eher wenig mit Philosophie aufhielten, aber er wollte keinesfalls von seiner schiessfreudigen Frau erwischt werden, wie er Calvin ihr vorzog. Das konnte Calvin verstehen, denn Emily würde dann wohl auf ihn zielen und treffen und Clayton würde es sicherlich sehr bedauern, wenn sein neuer bester Freund in seinen Armen starb. Okay, vielleicht starb er nicht gleich, aber er würde alles vollbluten und elendig aussehen und Clayton würde darüber entsetzt sein und weinen müssen! Das war nichts, was eine Frau sehen sollte. Einen weinenden Sheriff! Er bemerkte jedoch nach wenigen Schritten, dass Clayton etwas ungalant hinterherkam und deutlich Mühe hatte, Schritt zu halten. Der Alkohol begann auch langsam in Calvin zu wirken, jedoch brauchte er wesentlich länger in seinem Körper, um ihn zu benebeln. An das derzeitige Gefühl war er schon so sehr gewöhnt, dass er kaum noch darauf reagierte. Calvin sah ihn eine Weile an, bis Clayton zu ihm aufgeschlossen hatte. Dann hakte er sich bei ihm unter. "Fallen Sie mir nicht in die hübschen Blumenbeete, andernfalls werden wir noch mit dem Teppichklopfer weggejagt." Lachend zog er den Sheriff weiter durch einen kleinen angelegten Garten. Einfach war es allerdings nicht, denn Clayton ging nicht mehr stets geradeaus und Calvin verfiel schon nach wenigen Minuten in Gelächter, welches sie gemeinsam noch mehr schwanken liess. Die Whiskyflasche fand unterdessen abermals Calvins Lippen, bis er den Rest vor Claytons Nase hielt. "Ich schenk Ihnen den letzten Schluck, Sheriff. So gütig bin ich!" |