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HAUS WALCOTT ALWAYS THE BOYS - Druckversion

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RE: [WALCOTT] - VOR UND HINTER DEM HAUS - Clara Spencer - 30.11.2025

Clara und Sarah mit vielen Dingen auf dem Arm, dann am Küchenfenster

"Tja, aber wir können es nicht ändern, dass sie alle doof sind," seufzte Clara und ließ die Schultern ein kleines Stückchen hängen. "Manche Jungs sind einfach schlimmer, als die anderen. Vor allem die, die ständig zornig werden oder alles kaputt machten. So wie Andrew manchmal… Der wirft dann seine Bauklötze durch die Küche," sie verdrehte vielsagend die Augen. Sie war schon gestraft - mit 3 Brüdern! Wenn die alle auf einmal ihre Launen gleichzeitig auslebten, war das fast nicht auszuhalten.

Aber manchmal – manchmal waren sie doch nützlich. Dann, wenn Clara den Verschluss der Zitronenflasche partout nicht aufbekam oder wenn die viel böseren Jungs aus der Schule sie ärgerten. Oder wenn sie ihr neue Dinge beibrachten, wie zum Beispiel alles über Dampfmaschinen.

Allerdings wohl nicht wirklich "alles", denn Sarah hatte noch Fragen, die Clara selbst nicht beantworten konnte. "Na ja, sie heißen ja Dampfmaschinen, weil sie mit Dampf betrieben werden", begann Clara vorsichtig, während sie versuchte, die Erklärungen von Eli zusammenzukratzen. "Aber wie das genau funktioniert, weiß ich auch nicht. Wir können Eli fragen. Der kennt sich damit super aus." Da! Jungs konnten doch zu etwas nützlich sein.

"Ich glaube, gerade weil der Dampf so heiß ist…", Clara wedelte mit den Händen, um sich die aufsteigenden Nebelschwaden vorzustellen. "…kann man damit so schwere Maschinen bewegen. Die haben so Arme und so, die sich bewegen." Sie kicherte ein wenig bei dem Gedanken, dass heißer Nebel tatsächlich so viel Kraft haben könnte. "Aber viel besser ist es, über heißen Nebel zu reden, als über Heiraten und… ewww, igitt. Küssen!" Clara verzog das Gesicht, als müsste sie gleich Rosenkohl essen, und schüttelte empört den Kopf.

Da war die Aussicht auf die Kekse doch gleich viel verlockender. Und Sarah schien das genauso zu sehen. Plötzlich waren Jungs, Küssen und Dampfmaschinen zur Nebensache geworden – alles, was zählte, war der süße, verführerische Duft, der aus der Küche wehte.

"Dann komm!", sagte Clara entschlossen. "Wir können doch nicht warten, bis die Kekse kalt sind oder so ein blöder Josh sie uns wegfuttert." Mit einem kleinen, entschlossenen Nicken nahm sie Sarahs Hand, und zusammen schlichen sie vorsichtig zur Küchentür. Clara lugte hindurch, die Augen groß und glänzend vor Aufregung. Die Kekse rochen herrlich, aber sie traute trotzdem dem Frieden wegen der Cole-Brüder noch nicht. Aber in der Küche war wirklich nur Mrs. Cole – keine gefährlichen Jungs in Sicht.

"Mrs. Cole?", piepste sie leise, die Stimme zitterte ein wenig vor Aufregung. "Dürfen wir… also, wenn es recht ist… die Kekse haben?"


RE: [WALCOTT] - VOR UND HINTER DEM HAUS - Sarah Walcott - 06.12.2025

Clara und Sarah vor dem Fenster, dann bei Linda in der Küche
Linda wird mit geführt


"Puh, wie gemein!", empörte sich Sarah. Sie hatte nie mit etwas geworfen oder Sachen kaputtgemacht. Noch nicht mal Dorothy hatte so etwas angestellt, so weit sie sich erinnern konnte. "Machen das alle Brüder so?" Aus persönlicher Anschauung kannte sie nur die Cole-Brüder, deren Mutter bis vor kurzem mittellos gewesen war und ihren Sprösslingen darum keine Spielzeuge zum Werfen oder Zerlegen hatte kaufen können. Es blieb ihr also nur die vage Vermutung, dass ein solches Verhalten für Brüder nicht außergewöhnlich war. Am Ende hatte sie mit einer großen Schwester sogar noch das kleinere Unglück getroffen? Arme Clara...!

Und es wollte sich ihr auch nicht erschließen, dass es ein großer Nutzen sein sollte, wie Clara mit einem Halbwissen über Dampfmaschinen gegen Sarahs totales Unwissen auftrumpfen zu können: Wer brauchte schon blöde Maschinen, die logisch denkende kleine Mädchen verhöhnten, indem sie Dinge taten, zu denen sie von rechts wegen überhaupt gar nicht [/i]in der Lage sein[/i] sollten?! "Ach, ich weiß nicht, so wichtig ist es ja auch gar nicht", meinte sie zurückhaltend. Der Gedanke, einen Jungen zu fragen, behagte ihr irgendwie nicht. Viel lieber war sie mit Clara zusammen, ohne Jungs und Erwachsene und Geschwister aller Art!

"Verstehe ich nicht", maulte sie denn auch ein wenig weinerlich. "Wieso soll denn heißer Nebel mehr drücken können wie kalter Nebel?" Nebel war Nebel, und der drückte überhaupt nicht – da war sie ziemlich sicher. Nebel war nur feucht und unangenehm und eklig wie... wie... genau: "Küssen, iiiehh..." Sie schüttelte sich, als Clara das Stichwort aufnahm. Gottlob waren Maschinen, Jungs, Nebel und Küsse schnell wieder vergessen, als sich die beiden Mädchen einem weit angenehmeren Thema zuwandten. Der Duft, der ihnen durch die Küchentür entgegenwehte, ließ in Sarahs Magen ein großes, großes Loch wachsen. Zumindest fühlte es sich so an. Sarah ermannte sich daher und tapste hinter ihrer Freundin über die Schwelle, um sich deren Bitte mit einem bettelnden Hundeblick anzuschließen.

Linda schmunzelte in sich hinein. Sie hatte die beiden Mädchen schon erwartet, denn ihr waren aus dem Augenwinkel zwei kleine, plattgedrückte Nasen aufgefallen, als sie ihre Schürze an den Nagel neben dem großen Schrank gehängt hatte. "So, die Kekse möchtet ihr haben?" Sie hatte schon ihre Haube ergriffen und band sie mit einer ordentlichen Schleife unter dem Kinn, ehe sie sich den zweien zuwandte und lächelte. "Na gut, dann nehmt sie euch. Ihr habt ja schließlich tüchtig beim Backen geholfen." Und wer brav arbeitete, sollte auch belohnt werden! Sie war fest davon überzeugt, dass Güte und Strenge zu den jeweils angebrachten Zeiten aus Kindern gottesfürchtige, anständige Erwachsene werden ließen.

Sie wies auf ein hölzernes Tablett, auf dem die Kinder ihren Schatz transportieren könnten, und griff nach ihrem Schultertuch. "Damit könnt ihr sie nach draußen bringen. Aber passt auf, dass euch beim Spielen keine herunterfallen! Es wäre schade um die Arbeit und die guten Zutaten."


RE: [WALCOTT] - VOR UND HINTER DEM HAUS - Clara Spencer - 19.01.2026

Clara und Sarah vor dem Fenster, dann bei Linda in der Küche

"Weiß nicht, ich kenne ja nur meine," erwiderte Clara ein wenig überfragt und sah Sarah entsprechend hilflos an. "Vielleicht? Sind doch eh alle Jungs fast gleich. Nur manche sind ein wenig gemeiner," fügte sie hinzu, als sie in Gedanken ihre Brüder mit Ira und Josh verglich. Oder mit dem boshaften Sionn. "Und meine beschützen mich auch manchmal," überlegte sie weiter und zupfte sich an der Unterlippe. "Also es hat auch seine Vorteile," kam sie zu einem Ergebnis und sah Sarah strahlend an, die wiederum bezüglich der Dampfmaschine weiterhin sehr skeptisch blieb. Clara verdrehte darüber ein wenig die Augen. "Wie du meinst. Aber Eli kennt sich wirklich gut damit aus. Ich kann ihn jederzeit fragen," bot sie großzügig an und ließ das Thema dann erst einmal auf sich ruhen. Sarah schien es nämlich gar nicht recht zu sein über etwas zu reden, bei dem sie sich gar nicht auskannte. Das machte ihr die Freundin schon gleich ziemlich deutlich, als sie mit wenig Begeisterung die Ausführungen von Clara ein wenig schlechtreden wollte. Clara zuckte daraufhin nur mit den Schultern. Sie war wie Sarah bekannterweise kein Junge. Ihr Interesse beschränkte sich daher auf eine gewisse Neugier, die Sarah meist fehlte - aber die Details wollten auch Clara sich nicht ganz erschließen, wieso sie auch meist gar nicht bei solchen Themen und bei ihren Brüdern in die Tiefe mit Fragen ging.

Doch die Kekse wurden enorm wichtig. Wichtiger als Maschinen, Nebel oder das eklige Küssen. Somit waren die Themen für die beiden Mädchen erledigt und der Drang nach Innen in die Küche um so größer. Die Kekse dufteten aber auch äußerst verführerisch und mahnten Clara daran, dass sie außer ihrem Pausenbrot seit Stunden nichts mehr gegessen hatte.

Wie meist war Clara die Mutigere von ihnen beiden und hatte daher auch prompt die Initiative ergriffen Mrs. Cole nach den Keksen zu bitten. Clara nickte heftig, als Mrs. Cole nachhakte, als hätte sie Clara nicht ganz verstanden. Claras Augen begannen allerdings zu funkeln, als sie die Erlaubnis erhielten und sie Sarah aufgeregt in die Seite stupste. "Wir passen ganz bestimmt gaaanz gut auf. Wir wollen die Kekse ja nicht mit den Ameisen teilen," erklärte Clara, die Mrs. Cole etwas länger und abschätzender ansah, als nötig. Und prompt kam aus ihrem kleinen Kindermund die drängende Frage: "Gehen Sie denn weg, Mrs. Cole?"


RE: [WALCOTT] - VOR UND HINTER DEM HAUS - Sarah Walcott - 25.01.2026

tbc: [WALCOTT] - KÜCHE



RE: [WALCOTT] - VOR UND HINTER DEM HAUS - Clara Spencer - 05.02.2026

Clara und Sarah kurz in der Küche, Mrs. Cole geht

"Aber natürlich, Mrs. Cole," sagte Clara munter und vor lauter Vorfreude auf die Kekse mit einer Spur zu viel Enthusiasmus. Als sie schließlich zu den Keksen sprang und Mrs. Cole kurz dabei betrachtete, wie sie sich in einer Spieglung im Fenster betrachtete und die Haube zurechtrückte, kam die Neugier in ihr hoch. Es war nicht nur spannend zu erfahren, ob sie wegging, sondern auch wohin. Aber Clara wusste trotz ihrer oft direkten Art, wo ihre Grenzen lagen. Sie würde natürlich Mrs. Cole niemals danach zu fragen wagen. Sie konnte keck sein, aber niemals frech.
Mrs. Cole bejahte ihr Vorhaben das Haus verlassen zu wollen. Allerdings war kein längeres Fernbleiben geplant, was Clara in Bezug auf Mrs. Coles missratenen Söhnen aufatmen ließ. Auch wenn die beiden Jungs nicht zu sehen oder zu hören waren, hieß das nicht, dass sie für den Rest des Nachmittages ungestört blieben.

"Wir stellen doch nie etwas an, Mrs. Cole," fügte Clara den Worten ihrer Freundin hinzu, als sie natürlich eine kurze Ermahnung erhielten. "Komm Sarah, du bist größer und älter.. trag du die Kekse, ich öffne dir die Tür wieder," wies Clara schließlich Sarah an und überließ Mrs. Cole ihrem Richten und Gehen. Da sie wusste, dass Sarah zu viel Angst davor hatte, etwas falsch zu machen, wusste sie die Kekse in guten Händen. Sie dafür öffnete, die leicht zurück gefallene Hintertür und trat zur Seite, damit Sarah an ihr vorbeikonnte. Und kaum war Mrs. Cole aus der Küche verschwunden, wagte Clara, wenn auch noch in einem Flüsterton, Sarah zu fragen: "Wohin geht sie denn? Muss sie nicht warten bis dein Pa zum Essen zurück ist? Oder bekommt ihr erst heute Abend etwas?" Da ergaben sich so viele Fragen, die für Clara zu einem Bild führte, das gar nicht zu Mrs. Cole passen wollte. Oder in die Abläufe des Alltages eines kleinen Mädchens - kein warmes Essen nach der Schule. Überhaupt kein Essen eigentlich und was war mit Mrs. Coles kleiner Tochter? Konnte die bereits auf ein Baby aufpassen? "Macht sie denn so etwas öfter," ergab sich da die nächste Frage wie von selbst.


RE: [WALCOTT] - VOR UND HINTER DEM HAUS - Sarah Walcott - 08.02.2026

cf: [WALCOTT] - KÜCHE

Clara und Sarah kurz in der Küche, Mrs. Cole geht
Linda wird mit geführt


Ein letztes Mal zupfte Linda an ihrer Haube, sah an sich hinunter. Aber alles saß tadellos, sie wirkte sehr manierlich – manierlich genug, um vor einen Mann zu treten, der soweit sie wusste sehr kultiviert und gebildet war. Zufrieden nickte sie, dann sah sie auf die Mädchen hinunter. Die Blicke beider wirkten neugierig, auch wenn weder Sarah noch Clara wagte, sie direkt nach dem Ziel ihres Gangs zu fragen. Einer der kleinen Vorteile, eine Erwachsene zu sein, denn den Kindern ihre Absichten zu erklären, wäre ziemlich kompliziert gewesen, und ein klein wenig hätte sie sich auch geniert. Immerhin haftete dem Plan, den sie hegte, eine gewisse Koketterie an, und allzu kokette Frauenzimmer vertrugen sich schlecht mit Lindas Vorstellungen von Anstand und Moral. Immerhin, die Entscheidung war gefallen: Sie hatte sich bereits so schick gemacht, wie man es in der Alltagskleidung einer Haushälterin sein konnte, und so lächelte sie den Mädchen zu. "Gut, also spielt schön brav, bis ich wieder da bin und das Essen fertig mache."

"Ja, Mrs. Cole!", piepste Sarah zur Bestätigung von Claras Worten, machte einen kleinen Knicks vor der Haushälterin und zeigte ihr das Brave-Mädchen-Lächeln, das die meisten Erwachsenen für sie einnahm. Mit demonstrativer Vorsicht nahm sie das Blech mit den Keksen auf und trug es dann langsamen Schrittes vor sich her wie ein katholischer Priester die Monstranz. Die Zunge hielt sie zwischen den Zähnen eingeklemmt, so sehr konzentrierte sie sich darauf, auch wirklich alle Kekse ohne den geringsten Unfall in den Garten zu bringen. Während sich Mrs. Cole endgültig auf den Weg machte, hielt das Mädchen inne und überlegte ein paar Momente mit gerunzelter Stirn. "Hm, eigentlich schon. Vielleicht ist sie ja so schnell wieder zurück, dass Pa erst nach ihr kommt?" Auf das ungewöhnliche Verhalten der Haushälterin angesprochen, stoppte sie nach ein paar Schritten nochmals. Die Falte auf ihrer Stirn vertiefte sich. "Nein, macht sie nicht. Eigentlich ist es sogar das erste Mal...", gab die Kleine zu und wunderte sich ein wenig. "Es muss was sehr wichtiges sein. Pa hat gesagt, dass sie sehr pflichtbewusst ist." Ja, so war das Wort gewesen, das Pa gebraucht hatte. "Das heißt, dass man immer tut, was man tun muss, ohne zu meckern", versuchte sie Clara an ihrem soliden Halbwissen über Erwachsenenworte teilhaben zu lassen.

tbcLinda: [TWIN FALLS] – REZEPTION



RE: [WALCOTT] - VOR UND HINTER DEM HAUS - Ira Cole - 17.02.2026

OOC: ich hab mir im Szenentracker so eingestellt, dass Ira nach Sarah postet und Clara nach Josh, also Josh kommt nach Ira.

"Boah, das war ja ein riesiger Reinfall," maulte Ira noch immer. Den ganzen Weg über, den sie wieder zu Fuß nach Hause zurückgelegt hatten, war Ira am vor sich hin schimpfen gewesen. Sie hatten weder einen Platz in der Bande bekommen, noch hatten sie sich den anderen Jungs beweisen dürfen. Stattdessen hatte sie ein wütender, junger Mann vom Grundstück gejagt - also falls das überhaupt sein Grund und Boden war! Aber das spielte wohl keine große Rolle - er lebte in dem alten Haus und sie hatten irrtümlich alle geglaubt, dass es leer stehen würde. Und es war ein Erwachsener. Die hatten üblicherweise immer Recht.
Zu ihrem Glück war ihnen aber nichts passiert. Anders als Calvin oder Ezra. Aber in Iras Augen hatte das ohnehin die richtigen getroffen. Die zwei waren furchtbare Großmäuler. Aber wirklich irgendetwas besonderes hatten sie bis heute nicht zu Wege gebracht. Von wegen eine Band gegen Sionn gründen und so. Angsthasen waren das alle. Sein Plan selbst eine Bande zu gründen war auf dem Heimweg gewachsen. Und auf dem Rückweg hatte er mindestens 50mal den Reinfall erwähnt, 50mal von Idioten gesprochen und 100mal Josh und sich ausgemalt, was ihnen zum Dank zu Hause blühen würde.
Eile war daher überhaupt nicht erst notwendig gewesen. Es war ihnen von Anfang an bewusst gewesen, dass sie zu spät zum Essen kommen würden. Und ein wenig ramponiert wirkten sie noch dazu. Aber bei der Flucht? Mitten durch Hecken und Bäume? Auch keine besondere Überraschung.

"Warte mal, bleib stehen," befahl er seinem kleinen Bruder und zog ihm dann einen kleinen dürren Ast aus den Haaren. "Du denkst daran, wenn Ma fragt, wo wir waren, sagst du kein Wort und überlässt mir das Reden. Für ein Nachsitzen verhaut sie uns nur ein bisschen. Aber wenn sie von unserem Ausflug erfährt... ui! Das will ich gar nicht herausfinden, ist das klar," schärfte er seinen Plan noch einmal nach und blieb stehen, als die Rückseite des Gartens auftauchte. Der Garten der Walcotts. Jetzt wurde es ernst. "Wenn wir Glück haben is der olle Doc eh schon wieder in der Klinik. Wenn der dabei is, will Ma ja irgendwie immer zeigen, wie gut sie uns erziehen kann," Ira verzog das Gesicht, hob dann aber den Kopf und schnupperte. Roch er da... frisch Gebackenes? Tatsächlich lag ein zarter Hauch von Süße in der Luft. "Du ich glaub Ma hat gebacken. Das ist ja wieder typisch," schimpfte er gleich wieder aufs Neue los. "Da gibts mal was gutes und wir bekommen bestimmt nichts ab. Weil wir "unartig" waren." Der Wind trug ein leises Lachen zu ihnen herüber. "Na prima und die blöde Pute von Sarah spielt im Garten."


RE: ALWAYS THE BOYS - Joshua Cole - 22.02.2026

Ira und Josh

Dass die ganze Unternehmung "Bande" so mies verlaufen war, hatte Josh nicht minder erbost als seinen Bruder. Und da der Junge noch dazu um eine Gelegenheit gekommen war, mit dem Einsatz seiner kleinen, aber ziemlich harten Fäuste seinen Wert unter Beweis zu stellen, brodelte es gewaltig in ihm. Ha! Mit jedem der anderen Jungen hätte er sich geprügelt, ohne mit der Wimper zu zucken – Josh war dafür bekannt, dass ihn so etwas wie eine blutige Nase nicht davon abhalten konnte, es seinem Gegner mit aller Gewalt heimzuzahlen. Er steckte nie zurück und weigerte sich standhaft, aus Schaden zu lernen. Aber gegen einen Erwachsenen, da war nun leider doch nichts zu machen gewesen. Erwachsene waren wie Naturgewalten: genauso unüberwindlich und genauso unverständlich und unvorhersagbar. Also hatten die Brüder Cole genau wie die anderen Fersengeld geben müssen. Das wurmte Josh mächtig, weswegen er sich bemüht hatte, seinen Bruder auf dem gesamten Rückweg mit einfallsreichen Schimpfworten zu überbieten. Ein Rohrspatzenpaar wäre nichts gewesen gegen die hingebungsvoll fluchenden Jungen. "So 'n verdammter Dreck!", brummte der stämmige Josh, die Hände tief in den Taschen seiner ramponierten Hosen vergraben. "Jetzt sollt' mir bloß noch einer kommen, dem hau' ich eins auf die Nase, dass--"

Welche schrecklichen Qualen er demjenigen bereiten würde, kam nicht mehr über seine Lippen, weil Ira in diesem Moment ein Ästchen aus seinem Haar klaubte. Was ihm einen bösen Blick Joshs eintrug, denn die waren ein wenig verfilzt nach ihrem missglückten Abenteuer, und es ziepte gewaltig. "Ja, ja, schon gut, bin ja nich' blöd...", maulte er leise, als Ira wieder mal raushängen ließ, dass er der große Planer war. Das Nachdenken überließ Josh schon aus Gewohnheit lieber seinem älteren Bruder. Eine Tracht Prügel von Ma war ihnen ohnehin sicher – ob die nun wesentlich weniger hart ausfallen würde, wenn sie ihr Iras Lügengeschichte präsentierten? Der Junge schob den Unterkiefer trotzig vor. "Der olle Miesepeter soll doch bleiben, wo der Sellerie wächst", meinte er dazu gereizt. Dann schnüffelte auch er und hörte fast im selben Augenblick seinen immer hungrigen Magen knurren. "Meinste? Das is' gemein!", stellte er fest. Leider wusste Ma, dass sie ihren jüngeren Sohn mit dem Entzug von Leckereien oftmals härter treffen konnte als mit dem Teppichklopfer – und ihr war zur Erziehung ihres Nachwuchses jedes unmenschliche Mittel recht! Als er hörte, dass wohl die blöde Tochter des blöden Doc fröhlich im Garten spielte, fragte er empört: "Am Ende frisst die uns weg, was Ma gebacken hat?!"


RE: ALWAYS THE BOYS - Clara Spencer - 23.02.2026

Clara folgte Sarahs gutem Beispiel, um Mrs. Cole zu verabschieden und ihr das gute Gewissen zu geben, dass die Mädchen alleine zurecht kamen. Sie spielten doch immer brav! Außer die Jungs verleiteten sie zu dummen Spielen. Aber sie würden heute gar nicht hier sein - die dummen Jungs und darum konnte sie auch ganz fest versprechen, dass sie brav bleiben würden!
Wie angewiesen nahm Sarah das Blech und Clara sprang voraus, um ihr die Hintertür weit zu öffnen. "Pass ja auf," mahnte sie und schnupperte, als das Blech an ihr vorüberzog. "Wie das duftet. Ich bekomme wirklich Hunger," verkündete sie dabei und schloss hinter ihnen die Tür, als sie Sarah nacheilte.

Ihre neugierige Frage über Mrs. Cole konnte Sarah aber nicht wirklich beantworten. Sie konnte nur mutmaßen. Und das machte Clara noch neugieriger. "Ja, wirklich? Dann ist es doch äußerst... verdächtig," merkte sie an und zeigte auf ein Holzfass, das mit einem Brett abgedeckt neben der Bank an der Hauswand stand. "Da, dort ist ein guter Platz für das Blech," schlug sie vor und suchte die Decke aus ihren aus dem Haus mitgeschleppten Dingen hervor, um sie in der Nähe des Fasses wie eine Picknickdecke auszubreiten. "Sie hat uns nicht mal der Hausaufgaben wegen gemahnt. Und nach Ira und Josh hat sie uns auch nicht gefragt. Die müssten doch längst von der Schule daheim sein," überlegte sie weiter und eilte wieder zur Bank, um die Kissen zu holen. "Ma denkt bestimmt, ich bekomme bei euch etwas zu essen... statt nur Kekse. Und Mrs. Cole hat nicht mal was... vorbereitet?" Sie warf die Kissen achtlos auf die Decke - und eilte das Service holen. "Sie meckert wirklich nie? Also Ma meckert viel. Dass wir immer zu viel Dreck ins Haus bringen oder Pa seine Schuhe herumstehen lässt. Oder das die Jungs zu spät mit den Hausaufgaben anfangen... Ich finde... vielleicht... vielleicht hat Mrs. Cole ja ein Geheimnis? Wenn sie so komisch tut und du denkst es muss enorm wichtig sein?"


RE: ALWAYS THE BOYS - Sarah Walcott - 01.03.2026

Sarah klemmte die Zunge fest zwischen die Zähne, während sie das Blech balancierend durch die Hintertür trat. "Ja, mach' ich schon", versicherte sie und gab sich alle Mühe, den Eindruck einer erfahrenen, zuverlässigen Keks-Transporteurin zu machen. Alles in allem bekam sie das ganz gut hin, wie sie meinte, denn nicht nur vermied sie ein Unglück: Nein, als sie sich nach einem guten Platz für die duftenden Leckereien umsahen und Clara ein abgedecktes Holzfass ausgemacht hatte, schaffte das Mädchen die wirklich appetitanregenden kleinen Gebäcke dorthin, ohne dass auch nur eines sichtlich auf dem Blech verrutscht wäre. Stolz betrachtete sie das Ergebnis von engagiertem Küchendienst und voller Konzentration beim Abtransport. "Mmmmhhh... ich auch!", lächelte die Kleine, denn der Duft der noch ganz warmen Kekse versprach wirklich einen herrlichen Genuss...

Mrs. Cole mochte manchmal etwas streng sein, aber vom Kochen und Backen verstand sie etwas! "Hm?", machte Sarah, als ihre Freundin von dem Thema abwich, das ihre ganze Aufmerksamkeit zu fordern schien: knusprig sahen sie aus, und hier und da erahnte man einen dunklen Hauch tieferer Bräune – gut durchgebacken, aber eben gerade so nicht angebrannt, wie man es nur mit dem Gefühl einer routinierten Hausfrau hinbekam. "Oh... ja, das stimmt wohl." Die Kleine schürzte die Lippen und sah auf ihre schönen Spangenschuhe, während sie die Hände auf den Rücken legte und nachdenklich auf ihren Füßen wippte. "Doch, ich glaub' was sie vorbereitet hat, ist in den Töpfen neben auf der Anrichte. Aber dass sie nicht nach den beiden gefragt hat, ist komisch. Und sonst will sie immer wissen, was wir aufbekommen haben."

Sie runzelte die Stirn. "Meinst du, sie hat wirklich ein Geheimnis?" Das konnte sich Sarah bei der biederen Haushälterin kaum vorstellen. Sie war so... so ungeheimnisvoll, wie es sich das Mädchen nur vorstellen konnte. "Was könnte das bloß sein?", murmelte sie, während sie sich daran machte, mit Clara eine "gute Stube" herzurichten, in der die Dame des Hauses ihre Freundin zum Kaffee empfangen könnte.